Pferdekrankheiten

Auf dieser Seite haben wir für Sie eine kleines

Lexikon der Pferderkrankungen

zusammengestellt. Bitte beachten Sie, daß dieses Lekion in keinem Fall den Rat eines Tierarztes oder dessen professionelle Behandlung ersetzt.


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Arthrose Pferdekrankheiten
Die Arthrose beim Pferd ist, ebenso wie die Arthrose beim Menschen, eine degenrative Gelenkerkrankung. Es handelt sich dabei um den krankhaften Verschleiß der Gelenke. Sie gilt nach lehrmedizinischer Meinung als nicht heilbar, therapiert werden in erster Linie die entstehenden Schmerzen, und es kann versucht werden, ein Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder zu stoppen. In der Regel geht dem Beginn der Arthrose eine Gelenkentzündung voraus. Der venöse Abfluss aus den Knochen um das Gelenk wird durch die Schwellung als Folge der Entzündung behindert, wodurch sich der Knocheninnendruck erhöht, da sich die Flüssigkeit, die unter dem Druck aus den Kapillaren in die Zellzwischenräume des Knochens tritt, staut. Dieser Zustand hält auch an, nachdem die Entzündung bereits wieder abgeklungen ist.
Als Folge des hohen Drucks wird der Stoffwechsel des Knochens gestört, was zu einer degenerativen Veränderung auch des vom Knochen versorgten Knorpelgewebes führt. Die Arthrose schreitet langsam voran und ist zu Beginn häufig ganz schmerzlos. Zu bemerken ist dann lediglich eine Steifigkeit des Pferdes, die jedoch nach einiger Bewegung wieder abnimmt, das Pferd muss sich sozusagen "einlaufen". Häufig ist nach längerer Arbeit ein vermehrtes Stolpern zu beobachten.
Besonders bei feuchtem und kaltem Wetter treten die Symptome meist verstärkt auf.
Mit dem weiteren Fortschreiten der Krankheit kann es zu Muskelverspannungen vor allem im Rücken kommen, da das Pferd versucht, den Schmerzen durch Anspannen der Muskeln entgegenzuwirken und sich dabei verkrampft. Auch nehmen die Störungen in der Bewegung zu, es kommt vermehrt zu Lahmheiten, und auch das Stolpern wird schlimmer, das Pferd kann in den Gelenken einknicken.
Zu den bekanntesten Formen der Arthrose gehören Spat und die Hufrollenentzündung.




Siehe auch: Spat Pferdekrankheiten »

Ataxie Pferdekrankheiten
Ataxie (griech.: ataxia, Unordnung) ist ein Oberbegriff für verschiedene Störungen der Gleichgewichtsregulation und der Bewegungskoordination. Dabei kann eine Ataxie auch auftreten, wenn keine Lähmung (Parese) vorliegt, also bei vollkommen normaler Muskelkraft. Es kommen verschiedene Ursachen in Frage, die für eine Ataxie verantwortlich sein können. Grundsätzlich werden drei verschiedene Arten der Ataxie unterschieden.
Der spinalen Ataxie liegt eine Schädigung des Rückenmarks und damit eine Schädigung der empfindlichen Nervenbahnen vor. Diese kann zum Beispiel durch Verletzungen hervorgerufen werden, bei denen Blutergüsse auf den Wirbelkanal drücken. Auch feine Risse in der Knochensubstanz können später zu arthritischen Veränderungen der Wirbel führen, die diese anschwellen und so das Rückenmark verletzen lässt. Als sehr häufiges Problem werden Subluxationen an Gelenken im Bereich der Halswirbelsäule beobachtet (Wobbler-Syndrom). Auch eine falsche Fütterung bei Jungtieren kann die Ursache für eine später auftretende Ataxie sein. Zu eiweiß- und energiehaltiges Futter führt zu einem zu schnellen Wachstum. Die langsamer wachsenden Weichteile können später dann Auslöser für die Ataxie sein.
Die Ursache der zerebralen Ataxie sind Erkrankungen des Groß- (Cerebrum), Zwischen- oder Mittelhirns.
Die zerebellare Ataxie wird durch eine Schädigung im Kleinhirn (Cerebellum) ausgelöst.
Die beiden letztgenannten Ataxien sind zumeist Folge einer schweren Virusinfektion. Auslöser kann zum Beispiel das equine Herpes-Virus (EHV-1) sein. Auch eine Infektion mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi (Borreliose) kann neben dem Gehirn auch das Rückenmark befallen und so zu einer Ataxie führen. Weiterhin können Parasiten wie Strongyliden die Blut-Hirn-Schranke durchbrechen und sich im Gehirn ausbreiten. Auch schwere Kopfverletzungen oder die Folgen eine Vergiftung können zur Ataxie führen. Grundsätzlich ist der Bewegungsablauf des Pferdes gestört, seine Bewegungen wirken unkoordiniert. Es lässt sich nicht oder nur sehr schwierig rückwärts richten, vermeidet stark abfallendes Gelände und hat auf unebenem Boden oder in engen Wendungen Probleme, es stolpert oder stürzt. Beim Führen an der Hand taumelt es und wirkt wie betrunken. Bei Ataxien im Bereich der Hinterhand läßt sich der Schweif gummiartig bewegen. Das Pferd leistet keinen Widerstand im Gegensatz zu einem gesunden Pferd.


Ausschuhen Pferdekrankheiten
Als Ausschuhen bezeichnet man das vollständige Ablösen der Hornkapsel des Zehenendorgans (Huf, Klaue) bei Huftieren. Die Ursache sind Entzündungen im Bereich des Zehenendorgans, die mit einem Ödem und damit einer Zusammenhangstrennung zwischen Hornschicht und dem Stratum basale oder zwischen Epidermis und Lederhaut einhergehen. Die Entzündungsprozesse können sowohl aseptisch (Rehe, Laminitis) oder infektiös (z. B. schwere Formen der Maul- und Klauenseuche) bedingt sein.
Ein Ausschuhen ist insbesondere bei Großtieren ein problematischer Prozess. Mit antiseptischen Maßnahmen und Verbänden kann versucht werden, die Zeit bis zum Nachwachsen einer neuen Huf- bzw. Klauenkapsel zu überbrücken. Ähnlich wie bei ausgefallenen Fingernägeln kann es dabei zu Derformationen kommen. Da die Hornkapsel vom Saumsegment aus gebildet wird, ist eine relativ lange Zeit bis zum Nachwachsen einer neuen Wand erforderlich. Bei Pferden wächst das Kronhorn etwa 7 mm/Monat, bei Islandpferden und Vollblütern nur etwa halb so schnell, bei Kühen 4–5 mm/Monat,
Postmortal kann ein Ausschuhen durch Einlegen des Zehenendes in warmes Wasser erreicht werden. Hierbei kommt es durch Mazerationsprozesse ebenfalls zur Lösung der Huf- bzw. Klauenkapsel.

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Beschälseuche Pferdekrankheiten
Die Beschälseuche (Dourine) ist eine Deckseuche des Pferdes. Sie gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 26 Wochen treten die klinischen Symptome, Ödeme und Geschwüre, auf der Genitalschleimhaut auf, die später zu unpigmentierten Narben werden. Verursacht durch das Trypanosoma equiperdum ist die Dourine eine klassische Deckinfektion, die heute nur noch in Südost- und Osteuropa Bedeutung hat. Die Übertragung erfolgt ausschließlich beim Deckakt oder durch künstliche Samenübertragung. Eine Therapie ist derzeit nicht möglich. Betroffene Tiere müssen nach der Tierseuchengesetzgebung in Deutschland nach Anweisung des Amtstierarztes getötet werden. Aus dem europäischen Ausland dürfen Equiden nur mit negativem Antikörperbefund importiert werden. In Österreich dürfen erkrankte, seuchen- oder ansteckungsverdächtige Tiere nicht belegt werden, Stuten dürfen selbst nach Ausheilung nicht weiter zur Zucht verwendet werden, sondern müssen an der linken Halsseite mit den Buchstaben B. K. gekennzeichnet werden (§ 37 TSG).

Bockhuf Pferdekrankheiten
Mit Bockhuf oder Sehnenstelzhuf wird eine besondere Form der Fehlstellung der Gliedmaße von Equiden bezeichnet. Im extremen Fall geht nicht nur die Stellung, sondern auch die Form des Hufes verloren. Der Huf ist zu steil, um ihn normal zu belasten und zu benutzen. Die Huf-Fessel-Achse ist gebrochen. Das Krongelenk und das Hufgelenk befinden sich in einer Flexion. Äußerlich ist diese Fehlstellung leicht zu erkennen. Betrachtet man den Huf exakt von der Seite, dann sollten im Idealfalle, wenn das Pferd mit beiden Vorderhufen und beiden Hinterhufen nebeneinander steht, die Oberseite der Hufwand und eine mittig durch das Fesselbein gedachte Linie parallel zueinander sein. Nun ist nicht schon jede Flexion der Huf-Fessel-Achse ein Bockhuf. Von einem Bockhuf spricht man erst, wenn diese Fehlstellung so offensichtlich ist, dass sie sofort als eine unnatürliche Stellung auffällt bzw. sich der Huf verformt und sich damit dieser unnatürlichen Stellung optimal angepasst hat. Meist liegen die Ursachen schon in der Kindheit des Pferdes. Ein Bockhuf ist nicht genetisch bedingt, er wird erworben. In der Regel kommt ein Fohlen mit vier gesunden Hufen auf die Welt. Ein Fohlen, das zu grasen beginnt, hat einen zu kurzen Hals. Die Beine sind unproportional zu lang. Einige Fohlen spreizen die Vorderbeine, um grasen zu können, andere belasten die Zehen der Vorderhufe. In Verbindung mit Bewegungsmangel durch Boxenhaltung und Vernachlässigung der Hufbearbeitung können sich solche Haltungsfehler dauerhaft manifestieren. Mit der Flexion der Zehe nimmt das Hufbein eine immer steilere Stellung ein. Die sog. Weiße Linie wird unnatürlich weit. Das Pferd kann seine Leistungs- und Bewegungsfähigkeit verlieren. Präventiv kann ein Pferdebesitzer oder Züchter dafür sorgen, dass die Hufe nicht vernachlässigt werden, sondern dass von Anfang an auf eine gesunde Entwicklung der Hufe geachtet wird.

Borreliose Pferdekrankheiten
Die Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochäten ausgelöst wird. Der Erreger Borrelia burgdorferi ist eng verwandt mit Treponema pallidum, dem Erreger der Syphilis. Die Borrelien ziehen sich schon bald nach der Infektion aus dem Blutkreislauf in das Gewebe zurück. Es kann jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen werden. Deshalb spricht man bei dieser Erkrankung auch von einer multisystemischen Krankheit. Die Erkrankung kommt beim Menschen und allen anderen Säugetieren sowie Vögeln vor. Die Übertragung erfolgt vor allem durch den Holzbock, eine Zeckenart.
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Druse Pferdekrankheiten
Die Druse ist eine Pferdekrankheit und wird auch als Coryza contagiosa equorum oder Adenitis equorum bezeichnet. Diese sehr ansteckende Infektionskrankheit befällt die oberen Luftwege beim Pferd. Verursacht wird die Druse durch das Bakterium Streptococcus equi. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 14 Tage, der Erreger verbreitet sich im Tier über das Blut und die Lymphe. Neben einem Katarrh der Nase mit schleimig-eitrigem Nasenausfluss, Husten und hohem Fieber kommt es häufig zu einer Vereiterung der zugehörigen Kopflymphknoten (v.a. Unterkieferlymphknoten, Lnn. mandibulares und Kehlgangslymphknoten, Lnn. retropharyngei). Bei Befall der Kehlgangslymphknoten kann die Erkrankung auf den Luftsack übergreifen und zu einer Vereiterung des Luftsacks führen. Durch Übergreifen auf die Lunge kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Streuung der Abszesse in andere Organe wie Leber, Milz, Nieren, Gehirn und Darmlymphknoten kommen. Die Erkrankung ist ohne Behandlung nicht selten tödlich. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose gut. Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, lassen sich Antibiotika einsetzen. Auch eine vorbeugende Impfung ist möglich.

Dämpfigkeit Pferdekrankheiten
Dämpfigkeit (Lungenemphysem, Dampf) tritt bei Pferden auf, die an einer chronischen Erkrankung der Lungen oder des Herzens leiden. Bis 1. Januar 2002 war Dämpfigkeit ein Gewährsmangel. Wird eine Erkrankung des Bronchialsystems, meist verbunden mit Husten, nicht rechtzeitig behandelt und hält über mehrere Wochen an, geht der zu Anfang feuchte Husten in einen trockenen Husten über. Dieser kann schnell chronisch werden und führt in der Folge zum Auftreten der Dämpfigkeit. Eine weitere Ursache der Dämpfigkeit ist das falsche Eindecken des Pferdes im Winter. Oft decken die Besitzer ihre Pferde nur über Nacht ein und verzichten tagsüber auf die Winterdecke. Dies führt aber dazu, dass das Pferd keinen richtigen Tag-Nacht-Modus mehr hat, da der Temperaturunterschied fehlt. Dämpfige Pferde atmen bereits bei geringer Anstrengung schwer und unregelmäßig, häufig kommt auch Husten dazu. Es zeichnet sich meist auch die sogenannte Dampfrinne ab, eine Einkerbung des Leibes zwischen Bauchmuskel und Rippenbogen. Zu Anfang ist in der Regel noch keine Verminderung der Leistungsfähigkeit des Pferdes zu bemerken, da es dem durch die Unterstützung des Ausatmens mit Hilfe der Bauchmuskulatur und einer Erhöhung der Atemfrequenz entgegenwirkt. Eine vollständige Heilung ist nach heutigem Stand der Medizin nicht möglich, jedoch kann mit Langzeitpräparaten den Symptomen entgegengewirkt werden. Auch ist eine der geringeren Belastbarkeit der Pferde angemessene Arbeit sowie das Vermeiden von Faktoren, die die Atemwege und die Lunge reizen könnten, angebracht.
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Einschuss Pferdekrankheiten
Der Begriff Einschuss bezeichnet eine Entzündung des Unterhautbindegewebes bei Pferden. Er entsteht durch das Eindringen von Bakterien in eine Wunde und zeigt sich meist durch Anschwellen des Verletzungsbereichs. Sie tritt hauptsächlich im unteren Teil der Hinterbeine auf.

Equine Arteriitis Pferdekrankheiten
Die Equine Arteriitis (von lat. equus - Pferd, arteriitis - Entzündung der Arterien) ist eine Viruserkrankung der Pferde. Der Erreger ist das Equine arteritis virus aus der Gattung Arterivirus (Familie Arteriviridae). Er kommt weltweit vor und befällt Pferde, Esel und deren Kreuzungen. Bei Warmblütern kommt das Virus endemisch vor. Das Virus wird über Sekrete von infizierten Tieren ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt durch direkten und indirekten Kontakt. Das Virus wird von Hengsten auch über das Sperma ausgeschieden und kann beim Deckakt oder bei der künstlichen Besamung auf die Stute übertragen werden. Der häufigste Infektionsweg bei Fohlen ist der über die Atemwege als Tröpfcheninfektion. Für die Epizootiologie sind alle Ansammlungen von Pferden, wie Verkaufs- und Reitsportveranstaltungen von Bedeutung. Nach einer Infektion über die Atemwege vermehrt sich das Virus in den Makrophagen der Lunge und anschließend in den bronchialen Lymphknoten. Mit Einsetzen der Erregerstreuung über das Blut (Virämie) werden die Endothelzellen infiziert, was zu einer nekrotischen Arteriitis führt. Nach der Infektion können die Tiere völlig symptomlos bleiben oder Fieber, Abgeschlagenheit, Fressunlust und Nasen- und Augenausfluss zeigen. Betroffene Tiere zeigen häufig Ödeme an den Hinterbeinen und am Hodensack. Bei einigen Tieren entwickelt sich ein Hautausschlag an verschiedenen Körperstellen. Tödliche Verlaufsformen mit Lungenödem und -entzündung (interstitielle Pneumonie) kommen bei Fohlen vor. Bei Stuten sind Fehlgeburten häufig, wobei die abgehenden Föten lediglich autolytisch sind, sie zeigen also außer einer teilweisen Selbstauflösung keine besonderen pathologischen Anzeichen.
Pathologisch-anatomisch zeigen sich Ödeme, Blutstauungen und Blutungen in der Unterhaut des Bauchs und der Gliedmaßen sowie eine nekrotische Arteriitis. Die Diagnose ist anhand des klinischen Bildes nicht sicher zu stellen. Zur weiteren Untersuchung können Nasen- und Augenabstriche, Blut, Serum, Gewebe abortierter Föten und Sperma verwendet werden, aus denen das Virus isoliert werden kann. Ein Anstieg des Antikörpertiters gilt ebenfalls als beweisend. Als serologischer Test wird ein Virusneutralisationstest eingesetzt.


Equines Cushing-Syndrom Pferdekrankheiten
Das Equine Cushing Syndrom (ECS) ist eine, durch einen Tumor der Adenohypophyse ausgeloeste, Überfunktion der Nebennierenrinde (Hyperadrenokortizismus) bei Pferden. Die Erkrankung ist eine Hormonstörung, die dem Cushing-Syndrom des Menschen entspricht. Als Ursache eines ECS wird ein Adenom der Adenohypophyse (also eines Teils der Hirnanhangsdrüse) vermutet. Diese reguliert die Produktion von Cortisol in der Nebennierenrinde, wodurch der Cortisolgehalt im Blut erhöht ist.
Aufgrund der recht unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Krankheit kommen aber auch andere Möglichkeiten wie eine altersbedingte Dopamin-Unempfindlichkeit in Betracht. Dopamin spielt bei der Steuerung des Teils der Hirnanhangdrüse eine Rolle, welcher seinerseits wie oben erwähnt die Nebennierenrinde steuert.
Auffällig ist, dass sehr überwiegend leichtfutterige Pferde - zumeist Angehörige sogenannter Robustrassen - unter den erkrankten Pferden zu finden sind. Dies legt die Vermutung nahe, dass es sich beim ECS um eine Wohlstandskrankheit handelt, die großenteils übergewichtige, unterbeschäftigte Pferde im vorgerückteren Alter befällt. Nicht immer einfach ist die Abgrenzung zum Equinen Metabolischen Syndrom (EMS), einer Stoffwechselkrankheit zu dicker Pferde. ECS und EMS ähneln sich hinsichtlich der Symptomatik, während das EMS häufiger jüngere Pferde befällt, handelt es sich etwa ab dem Alter von 15 Jahren eher um ein ECS. Über das EMS ist im Grunde noch weniger bekannt als über das ECS.
Beim ECS spielt eine erhöhte Cortisol-Produktion der Nebennierenrinde eine zentrale Rolle, beim EMS eher nicht.
Das Hormon Cortisol beeinflusst zahlreiche Stoffwechselfunktionen, das Herz-Kreislaufsystem und das Immunsystem. Dadurch entstehen schleichend eine Anzahl der unterschiedlichsten, z.T. lebensbedrohlichen Gesundheitsstörungen. Kortisol stört den Proteinstoffwechsel, die Insulinproduktion wird gedrosselt, der Blutzuckerspiegel steigt.
Die Symptome eines ECS sind häufig sehr unspezifisch. Sie werden oft irrtümlich für Alterserscheinungen gehalten. An ECS sollte man denken, wenn 2-3 Symptome aufeinander treffen und andere Krankheiten ausgeschlossen sind.
Haarkleidveränderungen, dickes langes Winterfell, verzögerter, sich überlagernder Fellwechsel, oft bleiben alte Haare zurück
langes Fell im Sommer, oft Löckchenbildung, übermäßiger Durst begleitet mit häufigem Wasserlassen, Abmagerung auch bei gutem Fressverhalten hoher Futtergaben, Muskelrückbildung vor allem am Rücken (Hängerücken), mitunter begleitet von Fettpolstern an Bauch (Hängebauch) und Mähnenkamm, Hufprobleme (Hufabzesse, Huflederhautentzündung, Hufrehe auch zu ganz untypischen Jahreszeiten), Sehnenentzündungen, Herz-Kreislaufprobleme bis hin zum gelegentlichen Umfallen, seltener auch massive Stoffwechselentgleisungen mit kreuzverschlagähnlichen Symptomen, häufige und hartnäckige Infekte, nicht behandelbare Durchfälle/Kotwasser, Knochenprobleme, Osteoporose, Lethargie, Futterverweigerung, bei abnehmender Schutzschicht der Magenschleimhaut und verstärkter Magensäureproduktion, Gefahr von Magengeschwüren, seltsames Schwitzen ohne ersichtlichen Grund, Mauke, Pilzbefall
schlechtes Kauen, Heu kann oft nicht mehr zerkleinert werden.


Equines Sarkoid Pferdekrankheiten
Das Equine Sarkoid (ES) ist ein Hauttumor des Pferdes und nicht mit der equinen Sarkoidosis zu verwechseln. Da dieser Tumor nicht zu Metastasen in die inneren Organe neigt, aber nach Operationen meist rezidiviert wird er als semimaligne bezeichnet. Es sind Pferde aller Altersklassen und aller Rassen betroffen. Meist stellt er nur ein kosmetische Problem dar, kann aber bei ungünstiger Lage (Sattellage) auch zur Gebrauchsunfähigkeit des Pferdes führen. Der Tumor kann einzeln (solitär) oder an mehreren Stellen gleichzeitig (multipel) auftreten. Als Ursache wird eine Infektion mit einem Warzenvirus des Rindes (Bovines Papillomavirus Typ 1 und 2) angesehen, die allerdings momentan sehr umstritten ist. Auch eine genetische Prädisposition wird vermutet. Es können verschiedene Tumortypen auftreten. Die Klassifikation nach Diehl unterscheidet dabei 4 Typen. Typ I wird als plaqueartig, flach und haarlos mit leichter bis mäßiger Hyperkeratose beschrieben, Typ II als verruköse Erhebung mit breiter Basis und starker Hyperkeratose, Typ III als subkutan wachsender, gut abgrenzbarer Knoten mit intakter Haut, und Typ IV als knotig, mit gestielter oder breiter Basis und ulzerierender Oberfläche. Bisher stehen zur Therapie des equinen Sarkoids zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die allerdings leider meist unzureichend effektiv sind. Das Spektrum umfasst operative Entfernungen (Kryochirurgie, Elektrochirurgie), chemotherapeutische Behandlung oder Impfung mit Bacillus Calmette-Guérin, einem Impfstoff gegen Tuberkulose. Eine Kombination dieser Therapieformen wird ebenfalls beschrieben.
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Fohlenlähme Pferdekrankheiten
Zur Fohlenlähme kommt es in den ersten Lebenstagen eines Fohlens, wenn dieses kein Kolostrum aufnimmt, in dem mütterliche Antikörper enthalten sind. Durch diesen Mangel ist das Fohlen besonders anfällig für Krankheiten. So dass eigentlich für gesunde Pferde harmlose Erkrankungen sehr schnell zum Tod führen können. Fohlen erkranken in den ersten Stunden oder Tagen nach der Geburt und zeigen Fieber, Saugunlust und schmerzhafte Gelenke.
Maßnahmen, die man gegen die Fohlenlähme ergreifen kann sind, dass man Fohlen und Muttertier von anderen Pferden isoliert in einer Box mit ausreichend weicher, sauberer, trockener Einstreu unterbringt. Nach der Geburt muss darauf geachtet werden, dass das Fohlen möglichst innerhalb der nächsten zwei Stunden nach Geburt mit der Milchaufnahme beginnt und in den nächsten zwölf Stunden mindestens anderthalb Liter Kolostrum (Erstmilch) trinkt.

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Headshaking Pferdekrankheiten
Als Headshaking wird bei Pferden eine Verhaltensstörung bezeichnet, die sich in permanentem Kopfschlagen äußert. Das Symptom des Kopfschlagens (englisch Headshaking) ist namensgebend für die Krankheit. Zusätzlich versuchen die Tiere die Nase am Boden, der Wand oder den Vorderbeinen zu reiben, um einen permanenten Juckreiz abzustreifen. Das Krankheitsbild beginnt meist schleichend und kann sich bis zu einem Maße steigern, wo das Reiten unmöglich wird. Die Tiere sind im Extremfall so sehr abgelenkt, dass sie sich selbst, den Reiter und ihre Umgebung gefährden. Vielfach treten die Symptome auch nur jahreszeitlich bedingt auf. Headshaker werden oftmals auch lichtempfindlich und reagieren sehr sensibel auf Berührungen am Kopf. Wurde das Verhalten früher schlicht auf eine zu feste Reiterhand abgeschoben, ist man sich heute darüber im Klaren, dass dies nicht immer die einzige Erklärung darstellen kann. Wie auch beim Menschen, entwickeln sich in letzter Zeit immer mehr Allergien bei Pferden, die das Headshaking auslösen können, tritt es nur zu bestimmten Jahreszeiten auf, so ist es naheliegend auf Allergien zu testen. Das Verhalten kann auch durch Stress ausgelöst werden und ist in diesem Falle mit dem menschlichen Burnout-Syndrom zu vergleichen. Ein störender Wolfszahn ist eine weitere häufige Ursache.

Herpes Pferdekrankheiten
Herpes-Infektionen beim Pferd werden durch verschiedene Herpesviren ausgelöst. Wirtschaftlich am bedeutendsten ist die Infektion mit dem Equinen Herpesvirus 1 (EHV-1). Infektionen des Equinen Herpesvirus 1 lösen eine Rhinopneumonitis (Entzündung der Atemwege) oder den Virusabort der Stuten aus. Equines Herpesvirus 4 kann ebenfalls eine Rhinopneumonitis verursachen, jedoch keinen Virusabort. Die Viren gelangen über die Nase (Tröpfcheninfektion) in das Tier. Sie sind weit verbreitet und vielerorts endemisch, so dass es häufig zu Reinfektionen kommt. Zu respiratorischen Erkrankungen kommt es meist nur bei Jungtieren oder geschwächten Tieren. Der Virusabort tritt in der Spätträchtigkeit auf. Die Erkrankung manifestiert sich vor allem in den oberen Luftwegen (Rhinitis, Pharyngitis), unter Umständen auch in einer Lungenentzündung. Die Inkubationszeit beträgt 2-10 Tage. Sie äußert sich mit Fieber (bis 40,5 °C). Dazu kommen meist Husten sowie Nasen- und Augenausfluss. Zu dem kommt es zu einer vorübergehenden Neutropenie und Lymphopenie. Die Krankheit heilt meist in 2 (bis 5) Wochen aus. Unter Umständen kann es zu einer bakteriellen Sekundärinfektion kommen. Infizieren sich trächtige Stuten mit dem Virus, kann es zwischen dem siebten und elften Monat der Tragezeit zu einem Abgang des Fohlens kommen. EHV 1 greift die Schleimhäute der Gebärmutter und Plazenta an, so dass das Ungeborene nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann und abstirbt. Zudem kann es zur Geburt lebensschwacher Fohlen kommen, die dann meist kurz nach der Geburt verenden. In seltenen Fällen kann EHV-1 auch zu neurologischen Erkrankungen führen. Infolge einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) kommt es zu Lähmungen der Hintergliedmaßen. Bei Krankheitsfällen ist darauf zu achten, dass die betroffenen Tiere isoliert werden und unnötiger Kontakt zu Menschen vermieden wird. Wer direkt Kontakt zu den erkrankten Pferden hatte, sollte andere Ställe nicht betreten. Die Quarantäne ist bis drei Wochen nach Abklingen der akuten Infektion aufrecht zu halten.
Wichtigstes Bekämpfungsmittel ist die vorbeugende Impfung (Vakzinierung), wobei sowohl ein Lebend- als auch Totimpfstoff verfügbar sind. Die Impfstoffe lösen zwar eine Antikörperbildung aus, können aber Reinfektionen mit Feldviren nicht vollständig verhindern. Jedoch verläuft die Krankheit bei geimpften Pferden meist harmlos, Virusaborte treten nicht auf. Zu beachten ist, dass der Impfschutz nur maximal 9 Monate anhält, die Immunität der Schleimhäute ist meist deutlich kürzer. Deshalb ist die Impfung alle 6 Monate zu wiederholen. Trächtige Stuten sollten im 3./4. Trächtigkeitsmonat zum ersten Mal, im 7./8. Trächtigkeitsmonat erneut geimpft werden. Das Equine Herpesvirus 2 ist weit verbreitet und kommt auch ohne spezifische Krankheiten bei Pferden vor. Es wird durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen. Erkrankungen durch das Virus manifestieren sich als Keratokonjunktivitis (Entzündung der Bindehaut und Hornhaut des Auges) und Erkrankungen der oberen Luftwege. Das Equine Herpesvirus 3 löst eine gutartige Genitalinfektion aus die auch als Koitalexanthem oder Bläschenausschlag bezeichnet wird. Die Übertragung erfolgt über den Deckakt (Deckseuche). Symptome sind stecknadelkopf- bis erbsengroße Bläschen, Pusteln oder Erosionen des Scheidenvorhofs bzw. des Penis oder der Vorhaut. Infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und müssen daher aus der Zucht ausgeschlossen werden.
Nach dem § 16 Tierseuchengesetz (Österreich) ist der Bläschenausschlag der Pferde eine anzeigepflichtige Tierseuche.


Hornspalt Pferdekrankheiten
Unter Hornspalten sind Risse im Pferdehuf zu verstehen, die parallel zu den Hornröhrchen des Tragrandes verlaufen. Am Anfang ihrer Entstehung, solange sie noch klein und unscheinbar sind, werden sie als Windrisse bezeichnet. Von Hornspalten spricht man erst, wenn sie so tief sind, dass sie durch die ganze Hufwand bis zur Huflederhaut gehen. Die Hornkapsel ist in ständiger Bewegung. Sie weitet und verengt sich bei jedem Schritt. Das elastische Material ist dafür ausgerüstet, dieser Beanspruchung Stand zu halten. Erst, wenn durch eine ungünstige Hufform diese Bewegungen an einer Stelle lokal zu groß werden, entstehen Zusammenhangstrennungen. Die Hornröhrchen der Hufwand trennen sich lokal von einander. Ein Windriss entsteht. Aber durch diese Zusammenhangstrennung ist der Zusammenhalt der Hornröhrchen geschwächt. Auf Grund der Kerbwirkung, die dann in diesem Bereich auftritt vergrößert sich der Bereich der Zusammenhangstrennung, im Extremfall bis die Hornwand bis auf den Hufbeinträger durchtrennt ist. Es werden drei Arten von Hornspalten unterschieden: Tragrandspalten - Das sind die am Häufigsten auftretenden Hornspalten. Sie fangen am Tragrand an und reißen oder wandern langsam die Hufwand hinauf. In einigen Fällen reißen sie den nach unten wachsenden Huf bis in die gleiche Höhe hinauf. Wird der Spalt größer oder länger und reißt hinauf bis zum Kronrand, dann entsteht daraus eine durchlaufende Hornspalte. Durchlaufende Hornspalten - Bei einer solchen Hornspalte ist die Hufwand vom Boden bis zum Kronsaum durchtrennt. Kronrandspalten - Dass solche Spalten auch am Kronrand zuerst auftreten können zeigt, dass meist nicht eine Verletzung oder eine Beschädigung die Ursache für Hornspalten ist, sondern Spannungen in der Hufwand, denen sie nicht gewachsen ist. Häufig bluten Hornspalten am Kronrand, weil die gegeneinander arbeitenden getrennten Bereiche die Kronlederhaut verletzen. Horn ist totes Material. Einmal durchtrennt, kann die Hornwand nicht wieder zusammenwachsen. Deshalb wird auf Dauer aus einer unbehandelten Kronrandspalte immer eine durchlaufende Hornspalte werden.
Da die Ursache die Spannungen einer deformierten Hufwand sind, die an der Stelle einer hohen lokalen Belastung gerissen und dadurch zusätzlich geschwächt ist, wird sich dieser Defekt selten von allein reparieren. In wenig dramatischen Fällen bleibt der Riss einfach stehen, bzw. reißt entgegen dem Hornwachstum immer bis an die gleiche Stelle auf. Wird der Riss breiter oder entsteht er im oder erreicht er den Kronrand, so dass die Lederhaut verletzt ist und zu bluten beginnt, besteht akuter Handlungsbedarf. Dadurch dass die Hufwand sich ständig bewegt, kann diese Verletzung nur schlecht oder auch gar nicht verheilen. Entstehen Narben in der Kronlederhaut, dann wird an dieser Stelle immer eine Schwachstelle in der Hufwand verbleiben, oder die Hufwand bleibt an dieser Stelle dauerhaft gespalten. Unheilbare Schmerzen und Lahmheit sind die Folge, manchmal so stark, dass der Tierarzt die Euthanasie empfiehlt.


Hufbeinbruch Pferdekrankheiten
Als Hufbeinbruch oder Hufbeinfraktur werden Knochenbrüche im Bereich des Hufbeins von Pferden bezeichnet. Eine häufige Ursache für eine Fraktur des Hufbeins liegt in einem heftigen Anschlagen des Hufes an Hindernisse. Vor allem kommt dies beim Ausschlagen an die Wände der Pferdebox vor, aber auch ein Aufprallen des Körperteils auf Steine in unebenen oder unbekannten Gelände, ein Anschlagen an Stangen, Nageltritte oder ein Zurückfallen auf den Boden nach Aufheben des Fußes durch Menschen ist beschrieben. Als prädisponierende Faktoren kommen bestehende Grunderkrankungen des Hufs wie eine vorausgegangene Hufrehe oder Pododermatitis in Frage.
Nach ihrer Lokalisation werden verschiedene Arten eines Hufbeinbruches unterschieden: Hufbeinastfraktur, Sohlenrandfraktur, Saggitalfraktur (Fraktur durch die Hufbeinmitte mit Gelenkbeteiligung), Gelenkrandfraktur mit Ausriß des Sehnenansatzes, Fraktur des verknöcherten Hufknorpels, offene Fraktur, Mehrfachfraktur und Fissur. Die Symptome sind von der Schwere des Bruches und dessen Lage abhängig. Im Allgemeinen dominieren anfangs hochgradige Lahmheitssymptome, die sich nach etwa einer Woche mit dem Abklingen des verletzungsbedingten Blutergusses bessern. Im Bereich der Fußarterie ist eine starke Pulsation spürbar und der Huf fühlt sich sehr warm an. Daneben reagiert das Pferd empfindlich auf Perkussion des Hufes. Ebenso zeigt es bereits bei leichter Verdrehung des Hufs meist Schmerzreaktionen (vor allem, wenn an der Drehung das Hufgelenk beteiligt ist). Es kann auch eine Schwellung des Kronrandes auftreten. Die Diagnose kann vergleichsweise einfach mittels einer Röntgenaufnahme gestellt werden. Differentialdiagnostisch kommen vor allem Nageltritt, Vernagelung, Prellung, Verstauchung und sterile Huflederhautentzündung in Frage.


Hufbeinsenkung Pferdekrankheiten
Sie entsteht sehr häufig bei Hufrehe. Sie kann aber auch nach der Trächtigkeit einer Stute entstehen. Auch kann die Hufbeinsenkung das Ergebnis einer Huf-, Vergiftungs-, Beschlagsrehe sein. Hufbeinsenkungen sind auch häufig eine Folge bei Equiden deren Trachten zu hoch sind und nicht entsprechend gekürzt wurden. Hier entsteht eine Veränderung in den Hufwinkeln der Hufkapsel in der das Hufbein aufgehängt ist. Ist hier also eine Winkelveränderung gegeben, so verändert sich ebenfalls die Stellung des Hufbeines in der Hufkapsel und damit erfolgt eine Überlastung der Hufbeinaufhängung, welche dann bis zu einer Hufbeinsenkung führen kann. Bei einer Hufbeinsenkung bewegt sich ein Knochen (Hufbein) im Huf immer mehr in die senkrechte Lage und kann sich im schlimmsten Fall durch die Unterseite (Hufsohle) des Hufes bohren. Durch Röntgen kann festgestellt werden, wie weit sich der Knochen schon nach unten gestellt hat. Der Knochen kann sich bei nicht allzu weiter Entwicklung wieder zurück bewegen. Dies setzt natürlich die Beseitigung der Ursachen voraus.

Hufrehe Pferdekrankheiten
Die Hufrehe (Laminitis) ist eine Pferdekrankheit und bezeichnet eine aseptische (nicht durch Infektionserreger bedingte) Entzündung der Huflederhaut beim Pferd, wobei sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. Die akute Hufrehe ist ein Notfall und bedarf der sofortigen Behandlung; in Extremfällen kann es zum „Ausschuhen“ kommen. Die chronische Rehe kann zu einer Hufbeinrotation führen. Eine Hufrehe kann durch mehrere Ursachen bedingt sein. Ihnen ist gemeinsam, dass sie zu einer Störung der Mikrozirkulation des Blutes im Bereich der Huflederhaut führen.
Die Belastungsrehe entsteht durch Überbelastung des Hufes. Sie wird vor allem durch langes Laufen auf harten Böden ausgelöst („Marschrehe“) oder durch Überlastung eines Hufes z. B. nach der Ruhigstellung des gegenüber liegenden Beines. Auch lange Stallphasen können aufgrund der dadurch ausgelösten Störung der Blutzirkulation zu einer Rehe führen („Stallrehe“).
Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche Fütterung verursacht. Eine kohlenhydratreiche Nahrung fördert das Entstehen von Stoffwechselstörungen. Strukturlose, kohlenhydratreiche Futtermittel (z. B. Getreide) führen zu einer explosionsartigen Vermehrung der Streptokokken (kohlenhydratspaltenden Bakterien) im Dickdarm und zu einer massiven Freisetzung von Milchsäure. Diese verursacht ein Massensterben der rohfaserverdauenden Bakterien und eine Freisetzung von Giftstoffen (Endotoxine) und eine Übersäuerung im gesamten Organismus. Ähnlich können bei der Rehe durch Wasseraufnahme durch Aufnahme größerer Mengen kalten Wassers vermutlich die Darmflora geschädigt und Endotoxine freigesetzt werden.
Eine Geburtsrehe kann durch Verbleiben von Kleinstteilen der Nachgeburt in der Gebärmutter entstehen. Hierbei kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung und der Aufnahme von Endotoxinen in die Blutbahn.
Bei der Vergiftungsrehe werden im Darm ähnliche Vorgänge wie bei der Futterrehe ausgelöst. Vergiftungen können entstehen bei Aufnahme von Giftpflanzen wie z. B. Wicken, Robinie, Rizinus und Eicheln sowie durch Herbizide, Fungizide, Pestizide, Schimmelpilze, Pilzsporen und Schlangenbiss. Gelegentlich sind aber auch Impfungen und Wurmkuren die Auslöser einer Vergiftungsrehe, wenn ein massiver Parasitenbefall vorlag und große Parasitenzahlen absterben. Hier besteht eine Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen.
Bestimmte Medikamente können die Ursache für eine Medikamentenrehe sein. Unter besonderem Verdacht stehen Cortisonpräparate.
Eine Rehe kann auch als Folge- oder Begleitkrankheit beim Cushing-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen, Zyklusstörungen der Stute (Dauerrosse oder ausbleibende Rosse), Koliken (Vergiftung durch Dickdarmgärung) und Darmentzündung infolge von Durchfallerkrankungen sowie als Folge einer Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette) oder Kreuzverschlags entstehen. Auch Strom- oder Blitzschlag können eine lokale Entzündung und damit eine Rehe hervorrufen. Im Huf kommt es pathogenetisch zu einer Entzündung, bei der es zu einer lokalen Durchblutungsstörung mit Austritt von Gewebsflüssigkeit und festen Bestandteilen (Blutkörperchen) aus den Blutgefäßen der Lederhautblättchen kommt. Es kommt zu einer Ödembildung und Schwellung. Dieser Flüssigkeitsaustritt verursacht durch die fehlende Ausdehnungsmöglichkeit im Huf hochgradige Schmerzen. Darüber hinaus fördert der Flüssigkeitsaustritt den Ablösungsprozess der reißverschlussartig ineinander greifenden Lederhautblättchen (innen) von den Oberhautblättchen (außen).
In der Frühphase führt eine Adrenalinausschüttung zu einer Verengung der Arteriolen mit einer (nur wenige Sekunden bis Minuten dauernden) Minderdurchblutung. In der 2. Phase löst sich der Arteriolenspasmus unter dem Einfluss des vegetativen Nervensystems, woraus eine lokale Blutfülle (Hyperämie) resultiert. Schließlich führen sog. Mediatoren zur Verengung der Venolen mit Blutstau (Stase), die mit Sludge-Phänomen, Thrombozytenaggregation, Thrombose, Permeabilitätsstörung und Exsudation einhergeht.
Bei Bestehen einer Entzündung über 48 Stunden spricht man von chronischer Rehe. Folgen können ein Absinken des Hufbeins in die Kapsel, eine Rotation des Hufes um das Hufgelenk, wobei die Hufbeinspitze zum Boden hin tendiert, oder die Kombination der beiden Varianten sein.
Bei schwerer Rehe übt die Hufbeinspitze starken Druck auf die Sohle aus. Die Hufbeinspitze weicht dem Druck von unten aus indem sie sich verformt („Skispitze“) bzw. in dem sich Knochensubstanz abbaut. In noch schwereren Fällen bricht die Hufbeinspitze durch die Sohle (Hufbeindurchbruch).
Das Endstadium bildet das Ausschuhen, bei dem sich die Hufkapsel komplett ablöst. Von der Mehrheit der Tierärzte wird in diesem Stadium ein Erlösen des Tieres angeraten. Auch hier ist Heilung theoretisch möglich. Bei der herkömmlichen Behandlung muss das Pferd jedoch dazu bis zu 2 Jahre seines Lebens überwiegend liegend und hängend verbringen. Der Erfolg der Therapie kann nicht garantiert werden. Zu Beginn ist ein eher kühlerer Huf als im Normalzustand feststellbar. Da dieser Zustand nur im Minutenbereich liegt, wird dieses erste Symptom jedoch nur selten bemerkt. Wenn bereits eine Entzündung eingetreten ist, wird ein wärmerer Huf beobachtet. Der Kronrand ist leicht geschwollen. Die Pferde zeigen einen klammen, verhaltenen Gang, d. h. die Schritte werden kurz und flach, später steif. Die Steifigkeit der Bewegungen wird beim engen Wenden des Pferdes besonders deutlich. Eine erhöhte Pulsation der Zehenarterien kann an der Hinterseite des Fesselkopfs ertastet werden. Beim Abtasten der Sohle mit der Hufuntersuchungszange zeigt sich eine erhöhte Schmerzhaftigkeit.
Sind alle vier Beine oder nur die Vorderbeine von der Rehe betroffen, stellt das Pferd die Hinterbeine nach vorn unter den Bauch und verlagert das Gewicht auf die Vorderhand und auf die Trachten (Ballenfußung). Sind die Hinterbeine erkrankt, bringt das Pferd die Vorderbeine weit nach hinten unter den Bauch, senkt als Gegengewicht den Kopf und belastet die Hinterhufe abwechselnd. Ist nur ein Bein betroffen wird es dieses hochhalten.
Als Zeichen der Allgemeinstörung kommt es zu einer Erhöhung der Atem- (normal 8-16/min in Ruhe) und Pulsfrequenz (normal 30-44 pro Minute), eventuell tritt Fieber (>38,4°C) auf. Weitere Anzeichen sind häufiges Liegen, Schmerzen, Angstzustände und Unruhe.
Die akute Hufrehe wird nach einem Vierstufenmodel eingeteilt:
Grad 1: In der Ruhe hebt das Pferd die Hufe ständig abwechselnd. Im Schritt ist keine Lahmheit zu erkennen, im Trab ist der Gang kurz und steif.
Grad 2: Die Pferde gehen im Schritt zwar willig, aber steif vorwärts. Das Aufheben eines Fußes ist ohne Schwierigkeiten möglich.
Grad 3: Das Pferd bewegt sich äußerst widerwillig und wehrt sich heftig gegen den Versuch, einen Fuß aufzuheben.
Grad 4: Das Pferd weigert sich, sich zu bewegen. Es ist nur durch Zwang zum Laufen zu bringen. Eventuell wird auch das Fressen durch zu große Schmerzen eingestellt.
Die Heilungschancen sind immer vom Grad der Erkrankung abhängig, eine umfassende Untersuchung durch einen Tierarzt ist also unabdingbar. Das Alter, Begleiterscheinungen, Vor- und Zusatzerkrankungen, das Gangvermögen vor und nach der Reheerkrankung, spielen ebenfalls eine Rolle. Gegebenenfalls kann man sich durch das Einholen einer Zweitmeinung zusätzliche Sicherheit verschaffen. Auch ein Hufschmied, der auf diesem Gebiet Erfahrung besitzt, ist ein guter Ansprechpartner.
Das Narbenhorn, als Verbreiterung der weißen Linie, bildet bei durchstandener Hufrehe einen lamellären Keil zwischen Lederhaut und der Hufaußenwand. Wird diese Verbreiterung nach und nach schmäler, heißt dass, der lamelläre Keil wächst heraus und das Hufbein nimmt wieder annähernd seine ursprüngliche (unrotierte) Position ein. Bei schwerer Rehe sinkt das Hufbein soweit in die Hufkapsel ab, dass starker Druck auf die Sohle ausgeübt wird. Dies führt dann zu einer Wölbung der Sohle nach unten (Vollhuf).
Anhand sogenannter „Reheringe“ können Krankheitsbeginn und weiterer Verlauf bestimmt werden. Der Krankheitsbeginn wird als ausgedehnte Rinne sichtbar, das Horn darüber, das sonst in parallel zueinander stehenden Ringen herunterwächst läuft nun im Bereich der Trachten auseinander. Ist die Rehe überstanden wird dies auch an wieder normal herunterwachsenden Ringen erkennbar. Dies geschieht jedoch nur, wenn eine umfassende, kontinuierliche Therapie vollzogen wird.
Bei einer Hufbeinrotation von bis zu 5,5° ist eine normale Einsatzfähigkeit des Pferdes sehr wahrscheinlich, bei einer Rotation von 5,5-11,5° ist dies nicht mehr so sicher und bei einer Rotation von über 12° erscheint ein zukünftiger Einsatz als Reitpferd als unwahrscheinlich.

Hufrollenentzündung Pferdekrankheiten
Die Podotrochlose, auch Hufrollennekrose oder Hufrollenentzündung ist eine Pferdekrankheit. Diese Krankheit des Pferdes ist eine entzündliche, degenerative Veränderung im Bereich der Hufrolle des Hufes von Unpaarhufern, speziell Pferden, die aus Strahlbein, Beugesehne und Hufrollenschleimbeutel besteht. Die Nekrose ist am Strahlbein zu beobachten, das sich im Laufe der Zeit verändert. Als Ursache für eine Podotrochlose wird allgemein eine Überbelastung der Hufrolle angenommen. Da das Problem bei Wildpferden nicht beobachtet wird, geht man davon aus, dass bei Reitpferden die andere Art der Beanspruchung des Hufapparats zu einem schnelleren Verschleiß führt. Während der Bewegungsapparat des Pferdes als Fluchttier auf eine schnelle Bewegung nach vorne optimiert ist, werden beim Reiten häufig gebogene Linien gewählt, die für die Gelenke zu einer größeren Belastung führen. Auch eine übermäßige Arbeit auf der Vorhand kann die Hufrolle schädigen.
Ein unnormal geformter Huf kann eine Hufrollenentzündug ebenfalls begünstigen. Zu steile oder zu flache Hufe mit engen Trachten haben eine verminderte Dämpfungswirkung und belasten die Hufrolle. Mangelnde Pflege des Hufs kann zu einer Durchblutungsstörung und damit zu einer Schädigung der Hufrolle führen.
Da das Syndrom auch bei jungen Pferden auftreten kann, die noch nicht geritten werden, geht man heute auch von einer Veranlagung aus, eine Vererblichkeit ist aber nicht gesichert. Nährstoffmängel bei der Aufzucht können ebenfalls eine Rolle spielen. Eine weitere Theorie vermutet einen Zusammenhang mit einem eingequetschten Nerv am siebten Halswirbel, der die Arterien in den Vorderbeinen enerviert und damit die Durchblutung im Huf beeinflusst. Keine der möglichen Ursachen ist gesichert, und eine Kombination verschiedener Faktoren kann möglich sein. Es zeigt sich manchmal ein klammer Gang, insbesondere auf hartem Boden, wobei manchmal ein abwechselndes Entlasten der Vorderbeine durch Vorstrecken (Entlastung der Hufrolle) beobachtet wird. Bei einseitiger Podotrochlose entsprechend nur auf einer Seite, dann gegebenenfalls auch verbunden mit einer Lahmheit. Das Pferd reagiert auf eine Keilprobe, die den Hufrollenbereich belastet, oft mit verstärktem Lahmen. Röntgenaufnahmen, aus Gründen der Abbildungsqualität hier vorzugsweise digitale Aufnahmen, des Strahlbeins von hinten zeigen Veränderungen an der Knochensubstanz, insbesondere Auftreibungen an den unten im Strahlbein verlaufenden Kanälen. Differentialdiagnostisch kann der Ort des degenerativen Prozesses weiter mittels Szintigraphie und Ultraschall eingegrenzt werden, um auch Weichteile mit zu erfassen.

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Kehlkopfpfeifen (Ton) Pferdekrankheiten
Das Kehlkopfpfeifen (halbseitige Kehlkopflähmung, lat. Hemiplegia laryngis) ist eine Pferdekrankheit mit einer chronischen Atemstörung. Das Kehlkopfpfeifen war bis 1. Januar 2002 ein sogenannter Gewährsmangel. Die Ursache für das Kehlkopfpfeifen ist eine Schädigung des linken Nervus laryngeus recurrens. Dieser Nerv versorgt alle Muskeln des Kehlkopfes mit Ausnahme des Musculus cricothyroideus. Infolge dieser Nervenschädigung kommt es zu einer linksseitigen Lähmung der Stimmfalte. Diese flattert im Luftstrom, wodurch das charakteristische Geräusch entsteht und führt zu einer Störung beim Einatmen (inspiratorische Dyspnoe) unter Belastung. Beim Einatmen ist ein hartes, röhrendes tonartiges Geräusch (engl. roaring) zu hören. Dieses wird in der Regel durch eine einseitige, meistens linksseitige Stimmbandlähmung verursacht.
Größere Anstrengungen sind dem Pferd unter Umständen nicht möglich, da die Behinderung der Einatmung unter Belastung zu einer Atemnot führt. Die Wiederherstellung der Nervenfunktion ist nicht möglich. Es existieren verschiedene Operationstechniken, die eine passive Straffung des linken Stimmbandes herbeiführen und so die Symptome beseitigen.


Kolik Pferdekrankheiten
Als Kolik bei Pferden werden sämtliche Krankheitsanzeichen im Bereich des Magens oder des Darms bezeichnet. Die Kolik ist dabei weniger die Krankheit selbst, sondern ihr Auftreten zeigt eine Fehlfunktion des Verdauungstraktes an, die jedoch vielfältige Ursachen haben kann. Das Pferd ist unruhig, scharrt, flehmt und wendet den Kopf nach hinten oder schlägt sich unter den Bauch. Es legt sich immer wieder hin, versucht eventuell sich zu wälzen. Bei stärkeren Schmerzen ist die Unruhe verstärkt, das Pferd bleibt teilweise einige Zeit auf dem Rücken liegen. Die Augen sind aufgerissen, der Atem stoßweise. Es kann zu Schweißausbrüchen kommen, die Mundschleimhaut ist manchmal trocken. Versagt der Kreislauf, bricht kalter Schweiß aus und die Hautoberfläche wird kühl. Generell verweigern Pferde mit Kolik die Aufnahme von Futter und Wasser. Häufig ist das Pferd aufgezogen, das heißt die Muskulatur um den Bauchraum verkrampft und zieht sich nach oben.

Zu beachten ist, dass nicht jedes Pferd die gleichen Anzeichen zeigt. Bereits einige der beschriebenen Symptome können auf eine Kolik hindeuten. Im Zweifel sollte schnell ein Tierarzt hinzugezogen werden, da nur er eine verlässliche Diagnose über die Ursache stellen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Eine nicht behandelte Kolik kann innerhalb kurzer Zeit zu einem Kreislaufversagen und in der Folge zum Tod führen. Häufige Ursache für eine Kolik ist ein Verschluss des Darms, wobei am häufigsten der Grimmdarm (Colon) betroffen ist. Der Verschluss kann beispielsweise von nicht ausreichend verdautem Futter herbeigeführt werden, das sich im Darm festsetzt und zu einem Stillstand des Transports des Nahrungsbreis (Darmverschluss oder Ileus) führt. Auch eine Verschlingung, Verlagerung oder Einklemmung des Darms ist möglich, bei der der Darm abgeschnürt wird. Recht häufig treten so genannte Stresskoliken auf, wenn das Pferd größeren psychischen Belastungen ausgesetzt ist, wie etwa auf langen Transporten oder auf Reitturnieren. Dabei verkrampft die Bauchmuskulatur und stört damit die Verdauung. Wetterbedingte Koliken treten meist im Frühling oder bei Wetterwechsel auf. Der Kreislauf des Pferdes verschlechtert sich, der Darm hört auf zu arbeiten. Koliken werden begünstigt durch fehlende Bewegung des Pferdes und Parasitenbefall des Darms.



Koppen Pferdekrankheiten
Koppen bezeichnet das Öffnen des Schlundkopfes durch Anspannen der unteren Halsmuskulatur, woraufhin Luft in die Speiseröhre einströmt. Dabei entsteht meist ein deutlich hörbares Geräusch, ähnlich einem Rülpser beim Menschen. Man unterscheidet zwei Formen des Koppens. Beim Aufsetzkoppen setzt das Pferd die oberen Schneidezähne auf einen Gegenstand geeigneter Höhe auf, wobei der Hals stark gebogen wird. Dies kann die Futterkrippe (daher auch der Begriff „Krippensetzer“), ein Balken oder Ähnliches sein. Manche Pferde erfassen den Gegenstand auch mit den Zähnen. Beim Freikoppen bewegt das Pferd seinen Kopf erst zur Brust und dann in einer ruckartigen Bewegung nach vorne. Aufsetzkopper kommen weitaus häufiger vor. Die Ursachen des Koppens sind nicht gänzlich geklärt. Nachgewiesen ist jedoch, dass Pferde mit nicht ausreichenden Beschäftigungsmöglichkeiten, zu wenig Bewegung oder fehlendem Kontakt zu Artgenossen eher zum Koppen neigen. Das Koppen kann also eine Reaktion auf Langeweile sein. Andererseits haben Studien gezeigt, dass in bestimmten Zuchtlinien das Koppen wesentlich häufiger auftritt als in anderen. Es liegt also nahe, dass es auch eine genetische Anlage zum Koppen gibt, die vererbbar ist. Weiterhin konnte auch ein Zusammenhang zwischen schlechter Fütterung, d. h. insbesondere zu wenig Rauhfutter, und dem Koppen hergestellt werden. Bei der Entstehung von Magengeschwüren bei Pferden spielt die Fütterung ebenfalls eine große Rolle. Neuere Studien deuten darauf hin, dass das Koppen auch eine Reaktion auf die Entstehung eines Magengeschwüres sein kann. Die Folgen des Koppens sind eine übermäßige Ausbildung der Halsmuskulatur und bei Aufsetzkoppern eine verstärkte Abnutzung der oberen Schneidezähne. An manchen Stellen wurde ein Zusammenhang zum Auftreten von Koliken hergestellt, konnte aber als direkte Folge des Koppens nicht nachgewiesen werden. Insofern hat das Koppen meist keine schwerwiegenden Folgen für das Pferd, sondern wird hauptsächlich von den Besitzern als störend empfunden. Koppen zählte zu den Gewährsmängeln, die bis 2002 im Kaufrecht einer Sonderregelung unterlagen.

Kreuzverschlag Pferdekrankheiten
Der Kreuzverschlag (paralytische Myoglobinurie) ist eine bei Pferden auftretende Krankheit. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Rückenmuskulatur, die mit starken Schmerzen verbunden ist, vergleichbar mit einem sehr schweren Muskelkater. Andere Bezeichnungen sind Verschlag oder Feiertagskrankheit. Die Symptome treten meist recht plötzlich zu Beginn größerer körperlicher Belastungen des Tieres auf. Das Pferd beginnt stark zu schwitzen, möchte sich nicht mehr bewegen, drückt häufig den Rücken nach unten und geht in eine "Sägebockhaltung", stellt also die Vorderbeine nach vorne und die Hinterbeine nach hinten heraus. In sehr schweren Fällen versucht es eventuell auch sich hinzulegen. Der Herzschlag ist beschleunigt, ebenfalls kann Fieber auftreten. Insgesamt ist die Muskulatur verhärtet, besonders auf Rücken und Kruppe. Durch den Myoglobinabbau kommt es zu einer rötlich-braunen Verfärbung des Urins. Grund für das Auftreten der Krankheit ist eine Stoffwechselstörung. Ist in der Muskulatur zuviel Glykogen gespeichert, kann nicht ausreichend Sauerstoff bereitgestellt werden, um die bei Beanspruchung der Muskeln entstehenden Abbauprodukte wie Laktat zu entsorgen. In der Folge übersäuern die Muskeln und versagen, im schlimmsten Fall können sogar Muskelzellen zerstört werden. Myoglobin, für die Speicherung von Sauerstoff in der Muskulatur zuständig, geht in den Blutkreislauf über und wird über die Niere ausgeschieden.
Kreuzverschlag tritt dann auf, wenn Pferde zu viele Kohlenhydrate über die Nahrung aufnehmen. Diese werden in Glukose umgewandelt und diese wiederum als Glykogen in den Muskeln gespeichert, die daraus ihre Energie beziehen. Wird nun mehr Glykogen gespeichert, als die Muskeln durch Beanspruchung verbrauchen, kommt es zu der beschriebenen Stoffwechselstörung. Verstärkt tritt Kreuzverschlag bei Pferden nach Stehtagen auf, wenn die Futterration nicht reduziert wird, oder bei Pferden, die unregelmäßig bewegt werden, jedoch durchgängig die gleiche Futtermenge erhalten. Allerdings können auch regelmäßig trainierte Sportpferde betroffen sein. Das Pferd darf auf keinen Fall weiter bewegt werden, es ist unverzüglich ein Tierarzt hinzuzuziehen. Befindet sich das Pferd auf einem Ausritt, sollte es wenn möglich mit einem Hänger abgeholt werden, da jede weitere Beanspruchung der Muskulatur zu einer Verschlechterung des Zustands führt. Weiterhin ist es ratsam die Kruppen- und Rückenmuskulatur mit Decken warmzuhalten - auch im Sommer!


Kronentritt Pferdekrankheiten
Der Kronentritt ist ein Begriff der Pferdeheilkunde und bezeichnet eine Wunde im Bereich des Kronrands des Hufes. Ein Kronentritt ist meist Folge einer selbst zugefügten Trittverletzung bei ungeschickten Bewegungen, kann aber auch durch andere Pferde oder durch Anstoßen an Gegenstände hervorgerufen werden.

Die Therapie besteht im Säubern der Wunde sowie Raspeln oder Schneiden einer halbmondförmigen Vertiefung in das Horn um die Wunde herum. Anschließend erfolgt eine antiseptische Behandlung und ein Druckverband. Tiefe Wunden müssen genäht werden, da ansonsten eine Verformung des Hufes entstehen kann. Wie bei jeder Wunde bei Pferden ist eine Tetanus-Prophylaxe empfehlenswert.

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Luftsackerkrankung Pferdekrankheiten
Der Luftsack der Equiden (Diverticulum tubae auditivae) ist eine große, blasenförmige Erweiterung der Ohrtrompete (Tuba auditiva) bei Pferdeartigen und einigen anderen Unpaarhufern (Tapir, Nashorn) sowie Klippschliefern. Über seine funktionelle Bedeutung gibt es mehrere Theorien. Am wahrscheinlichsten erscheint, dass er als eine Art Gehirnkühler funktioniert, da die innere Kopfarterie (Arteria carotis interna) durch ihn verläuft. Da der Luftsack über die Ohrtrompete mit dem Nasenrachen in offener Verbindung steht, können Infektionserreger in den Luftsack eindringen. Daher sind Luftsackerkrankungen nicht selten und können sogar tödlich enden. Der etwa 300 ml fassende Luftsack liegt beiderseits zwischen der Schädelbasis und dem Schlundkopf direkt unter der Ohrspeicheldrüse. Er grenzt an das Mittelohr, Kopfgelenk und Kiefergelenk. Durch den großen Ast des Zungenbeins wird er in eine laterale und mediale Bucht unterteilt. Direkt an der Luftsackwand liegen einige wichtige Nerven und Gefäße des Kopfes, die bei Vereiterungen geschädigt werden können. Luftsackmykose: Sie ist die am meisten gefürchtete Erkrankung, die durch Schimmelpilze (Aspergillus fumigatus) hervorgerufen wird. Luftsackmykosen sind kaum zu behandeln und tickende Zeitbomben, da die Gefahr besteht, dass die Schimmelpilze auch die Arteria carotis interna angreifen und diese dann platzen kann, was zum Verbluten führen kann. Mittlerweile gibt es allerdings einige modernere Therapieverfahren, die die Prognose deutlich verbessern. So ist zum Beispiel die Ligatur der betroffenen Gefäße mittels transendoskopischer Clipapplikation möglich. Auch Lähmungen einzelner Gehirnnerven treten bei Mykosen auf. Diese Fälle sind prognostisch deutlich ungünstiger zu betrachten.
Luftsackempyem: Die Eiteransammlung ist meist durch Bakterien bedingt. Häufig tritt sie bei der Druse auf, einer Streptokokken-Infektion der oberen Luftwege.
Luftsacktympanie: Eine Luftansammlung kann bei gestörter Funktion der Tubenklappe auftreten und zu einer starken Erweiterung des Luftsacks führen.

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Mauke Pferdekrankheiten
Mauke ist eine bakterielle Hautentzündung in der Fesselbeuge des Pferdes. Vorzugsweise erkranken Pferde mit langem Behang. Die Krankheit tritt am häufigsten in den Wintermonaten auf. Beides weist auf die Tatsache hin, dass die Haut besonders nach einer Vorschädigung (Nässe, Tausalz, Urin, mechanische Irritationen) für die Entzündung empfänglich ist. Diese äußert sich in der Ausbildung eines übelriechenden Sekretes über der wunden und teilweise stark juckenden Haut. Die Symptomatik kann durch bakterielle Sekundärinfektionen verstärkt werden. Unbehandelt kommt es zum chronischen Verlauf, der mit einer starken Verdickung der Haut im betroffenen Bereich einhergeht, was bis zu einer Bewegungseinschränkung des darunterliegenden Gelenkes führen kann.
Die Behandlung zielt hauptsächlich auf die Verbesserung der hygienischen Situation des erkrankten Hautbereiches hin (saubere Aufstallung, schonende Säuberung mit mild desinfizierenden Lösungen. Durch häufige und sorgfältige Reinigung der gefährdeten Bereiche kann eine effektive Prophylaxe betrieben werden. Zudem hilfreich sind z.B. Sauerkrautumschläge, die über Nacht am Bein des Pferdes (in der Fesselbeuge) bleiben, in einem Zeitraum von etwa 3-4 Tagen. Zinksalbe oder ähnliches in/auf die betroffenen Hautstellen einmassieren beschleunigt manchmal auch die Heilung. Auf keinen Fall sollte man die Krusten abkratzen, weil sich in der nun beschädigten Haut noch mehr Bakterien ansammeln und das Ganze eher verschlimmert.
Im Winter trifft man Mauke häufig bei Offenstallpferden an, wobei der Behang sehr schnell verschmutzt und ein wahres Paradies für die Bakterien bildet. Die Krankheit tritt auch oft im Spätsommer auf, wenn das Gras aufhört zu wachsen und sich das Eiweiß (Protein) darin speichert. Zu kleereiche, bzw. zu "fette" Weide, kann also auch ein Auslöser von Mauke sein. In dem Fall sollte man die Fütterung umstellen.


Mondblindheit Pferdekrankheiten
Die Mondblindheit (equine rezidivierende Uveitis (ERU), auch als periodische Augenentzündung bezeichnet) ist eine nicht-eitrige Entzündung der Iris sowie der Aderhaut des Auges (Uveitis) speziell beim Pferd. Ebenfalls beteiligt sind der Glaskörper und die Linse. Sie neigt zu Rückfällen und tritt dann meist periodisch auf. Die periodische Augenentzündung gehörte bis zur Reform des Schuldrechts am 31. Dezember 2001 zu den Hauptgewährsmängeln beim Pferd. Die periodische Augenentzündung wird bereits seit mehreren Jahrhunderten beobachtet, trotzdem konnte eine eindeutige Ursache lange nicht gefunden werden. Heute geht man davon aus, dass es sich um die Folge einer bakteriellen Erkrankung, der Leptospirose handelt bzw. um eine allergische Reaktion auf das Eiweiß der Leptospiren. Dabei verbinden sich im Glaskörper körpereigene Abwehrstoffe mit den Leptospiren und rufen so die Entzündungserscheinungen hervor.
Die Bakterien aus der Gruppe der Spirochaeten werden häufig über verdorbenes Futter aufgenommen, in dem Exkremente (v. a. Urin) von Kleintieren wie Mäusen enthalten sind. Ebenfalls häuft sich das Auftreten der Krankheit bei Pferden, die in sumpfigen Gegenden gehalten werden. Erkrankte Pferde sind meist lichtscheu und zeigen vermehrten Tränenfluss. Die Bindehaut des Augenlids ist gerötet und die Pupillen verengen sich. Das Auge ist geschwollen und heiß, das Pferd kann unter Fieber leiden und wirkt dann häufig teilnahmslos. Es tritt häufig eine Trübung der Hornhaut ein.
Die Entzündung kehrt meist im Abstand mehrerer Wochen oder Monate wieder, wodurch das Auge in der Folge erblinden kann. Während normalerweise zuerst nur ein Auge betroffen ist, kann die Erkrankung auch auf das andere Auge übergreifen. Der Zeitraum bis zur vollständigen Erblindung variiert individuell zwischen einem halben Jahr bis etwa neun Jahren.
Eine zuverlässige Behandlung der Mondblindheit ist nicht bekannt. Eine rasche Behandlung der Symptome kann jedoch Folgeschäden verhindern. Durch eine Operation (Vitrektomie) kann das periodische Auftreten der Krankheit gestoppt werden.

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Nackenbandverkalkung Pferdekrankheiten
Als Nackenbandverkalkung bezeichnet man Verkalkungen der beiden Genickschleimbeutel (Bursa subligamentosa nuchalis cranialis und caudalis) im Bereich des Nackenbandes (Ligamentum nuchae). Sie kommen meist bei Dressur- und Springpferden vor, wobei die Ursache häufig unklar ist. Eine Hypothese ist, dass sich bei der Ausbildung junger Pferde eine zu enge Haltung im Genick (repetierende Mikrotraumen durch Ausbinder oder Schlaufzügel über einen längeren Zeitraum prädisponierend auswirken kann. Weitere mögliche Ursachen sind Überschlagen, Festhängen im Halfter oder Stürze.
Eine solche Veränderung im Bereich des Nackenbandes kann bei Therapieresistenz zur Nutzungseinschraenkung bis hin zur Unbrauchbarkeit als Reit- oder Sportpferd führen. Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule mit und ohne Schwellungen im Bereich der Halsmuskulatur, Abwehrreaktionen mit Koordinationsverlust bis hin zur Ataxie sind im Falle einer Entzündung des vorderen Schleimbeutels („Genickbeule“, Bursitis subligamentosa nuchalis cranialis) beschrieben worden.
Obwohl Verkalkungen in Sehnen und Bändern als primäre Indikation für die extrakorporale Stoßwellentherapie genannt werden, liegen bisher über die Behandlung von Verkalkungen im Nackenband beim Pferd nur wenige Untersuchungsergebnisse vor. Bei einer Studie an Pferden, die mit Rittigkeitsproblemen vorgestellt wurden und röntgenologische Veränderungen im Bereich des Nackenbandes und/oder der Protuberantia occipitalis externa des Hinterhauptsbeins zeigten, waren nach dreimaliger Stoßwellentherapie 80 % der Patienten wieder uneingeschränkt reitbar. Röntgenologische Kontrolluntersuchungen ließen allerdings nur teilweise Veränderungen der Befunde erkennen, so dass der Therapieerfolg vorrangig durch die Abwesenheit der klinischen Symptome dokumentiert wurde. In einer anderen Fallstudie zur Behandlung einer Verkalkung der Bursa subligamentosa nuchalis cranialis mit der ultraschallgekoppelten extrakorporalen Stoßwellentherapie konnte dank der ausreichenden Eindringtiefe und der Behandlung unter Sichtkontrolle eine vollständige klinische Heilung und eine befriedigende röntgenologische Veränderung erreicht werden. Unklar bleibt nach wie vor die Ätiologie dieser Erkrankung und ob eine Rezidivgefahr gänzlich auszuschließen ist.


Nageltritt Pferdekrankheiten
Ein Nageltritt ist eine Verletzung bei Pferden, die durch einen in den Huf eingedrungenen Fremdkörper verursacht wird. Der Begriff leitet sich von Zugpferden ab, die sich häufig Radnägel eintraten, wird heute jedoch für alle möglichen Fremdkörper im Huf verwandt. Das Eindringen des Fremdkörpers in das Horn ist meist gar nicht oder nur geringgradig schmerzhaft für das Pferd. Es beginnt erst etwa ein bis zwei Tage später zu lahmen, was sich auf hartem Boden noch verstärkt. Um den geschädigten Teil des Hufes zu schonen, setzt es den Fuß meist nur kurz und nur auf Zehe oder Ballen auf.
Die Eintrittsstelle in der Hufsohle ist meist dunkel gefärbt oder von Blut unterlaufen. Am Fesselkopf ist ein pochender Puls an der Mittelfussarterie zu fühlen. Das Pferd wirkt aufgrund der Schmerzen lustlos und frisst häufig schlecht. Durch die Infektion können Körpertemperatur sowie Herz- und Atemfrequenz erhöht sein. Der entzündete Teil des Hufes ist warm. Wird durch den Einstich die Huflederhaut verletzt, bildet sich eine eitrige Huflederhautentzündung (Pododermatitis). Erfolgt keine Behandlung, breitet sich die Infektion schnell auf Hufbein, Hufgelenk oder die tiefe Beugesehne aus. Durch die feste Hornkapsel wird der entstehende Eiter am Austreten gehindert, so dass er sich im Huf verteilt. Bricht er am Kronsaum durch, droht sogar die Ablösung des Hornschuhs. Daher ist ein Aufschneiden der infizierten Stelle durch den Tierarzt wichtig, damit der Eiter abfließen kann. Wird die Behandlung verschleppt und tiefere Hufstrukturen wie Strahlbein oder Hufgelenk angegriffen, ist meist eine chronische Lahmheit die Folge.

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Pferdegrippe Pferdekrankheiten
Die Pferdegrippe wird auch Pferdeinfluenza genannt und ist eine Tierseuche, die durch Influenza-A-Viren der Subtypen A/H3N8 und A/H7N7 verursacht werden kann. A/H3N8 wurde erstmals 1963 in Miami in Pferden nachgewiesen, A/H7N7 erstmals 1956 in Prag. Neben Pferden aller Rassen und Zuchten sind auch Esel und Maultiere empfänglich. Ein Übergang des Virus A/H3N8 auf den Menschen wurde in jüngerer Zeit nicht nachgewiesen; allerdings belegen nachträgliche serologische Analysen, dass zwischen 1900 und 1917 ein H3N8-Virus auch unter Menschen zirkulierte. Einige Wissenschaftler haben daraus geschlossen, dass es zuvor zu einer Übertragung vom Pferd auf den Menschen gekommen sein muss. Ähnlich wie die echte Grippe beim Menschen, äußert sich die Influenza bei Pferden zunächst durch Appetitlosigkeit und apathisches Verhalten, später durch Nasen- und Augenausfluss sowie durch trockenen Husten und hohes Fieber. Als Komplikationen sind eine Lungenentzündung, die zur Dämpfigkeit führen kann, und eine Herzmuskelentzündung zu nennen. Da auch die Influenza des Pferdes zum Beispiel beim Husten über die Luft verbreitet wird, ist die Absonderung erkrankter Tiere von den nicht infizierten Artgenossen empfehlenswert. Ferner können fiebersenkende Medikamente und Antibiotika angezeigt sein, um Folgeerkrankungen durch bakterielle Sekundärinfektionen zu vermeiden. Es gibt als Prophylaxe mehrere Pferdegrippeimpfstoffe, zum Teil mit dem equinen Herpesvirus 1 und 4 und Reoviren kombiniert. Bei Turnierpferden ist eine Grippeimpfung vorgeschrieben. Nach einer Grundimmunisierung wird der Impfschutz je nach Impfstoff alle 6 oder 12 Monate aufgefrischt. 1933/34 trat in Deutschland eine Krankheit auf, die nach ihrem ersten Auftreten auf der Rennbahn Hoppegarten bei Berlin "Hoppegartener Husten" genannt wurde. Sie wird heute für eine Form der Pferdeinfluenza gehalten. Die "Brüsseler Krankheit", die ab 1915 in deutschen Pferdelazaretten an der Westfront wütete, war wahrscheinlich eine sekundäre Komplikation der Pferdeinfluenza durch Bakterien. Nicht verwechselt werden darf die Pferdeinfluenza mit der "Brustseuche" der Pferde.
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Rotz (Nasen- und Lungenrotz) Pferdekrankheiten
Der Rotz (lateinisch: Malleus) (auch Mürde, Hautwurm) ist eine Krankheit, die vom Bakterium Burkholderia mallei verursacht wird und üblicherweise Einhufer wie Pferde oder Esel befällt, gelegentlich Kamele, aber selten auch Hunde und Katzen. Auch Menschen können an Rotz erkranken, der Rotz-Erreger wird deshalb als biologischer Kampfstoff eingesetzt. Anton Dilger experimentierte mit dem Erreger bereits während des 1. Weltkrieges. Es gibt keine Schutzimpfung. Die Infektion mit Burkholderia mallei erfolgt oral, durch Hautkontakt und aerogen meist durch infizierte Pferde. Akuter Rotz tritt meist bei Eseln und Maultieren auf. Zu Beginn tritt hohes Fieber auf, es zeigt sich erst einseitiges, dann beidseitiges Nasensekret und eine Schwellung der Kehlgangslymphknoten. Je nach Lokalisation unterscheidet man verschiedene Typen des Rotzes:
Malleus farciminosus (Hautrotz)
Malleus humidus (Nasenrotz): diphtheroide Belege, Knötchen und Geschwüre auf den Schleimhäuten der oberen Luftwege
Malleuspneumonie (Lungenrotz): Rotzknötchen und Geschwüre in der Lunge
Chronischer Rotz zeigt sich meist beim Pferd: es treten unregelmäßige Fieberschübe, Husten, Atembeschwerden und Schwellung der Kehlgangslymphknoten auf. Ältere Rotzknötchen und Geschwüre verwandeln sich in die typischen „Rotznarben“. Klinisch kann man die Diagnose an den typischen Veränderungen im Nasenbereich festmachen. Ferner kann man Rotz durch pathologische und histologische Untersuchung der Rotzveränderungen diagnostizieren. Die Rotzerreger können aerob kultiviert werden, wurden aber in die Risikostufe 3 für Humanpathogenität eingeordnet. Erst nach 48 Stunden sind die Kolonien zu sehen. Serologisch werden die SLA bei frischen Infektionen, die KBR bei älteren Infektionen (höhere Spezifität) genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts gab es noch die (heute verbotene) allergische Mallein-Augenprobe, bei der es 14 Stunden nach Einbringen der Testflüssigkeit in den Bindehautsack zu einer Entzündung kommt. Rotz war bis 1. Januar 2002 ein Gewährsmangel. Rotz ist eine Anzeigepflichtige Tierseuche und lebensgefährliche direkte Zoonose. In Deutschland trat der letzte Fall im Jahre 1955 auf. Bei einem Ausbruch ist jegliche Therapie verboten - alle infizierten Tiere müssen getötet werden. Ansteckungsverdächtige Tiere müssen monatelang abgesondert werden. Bei Import aus Seuchengebieten sind serologische Untersuchungen vorgeschrieben.

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Satteldruck Pferdekrankheiten
Ein Satteldruck ist eine schmerzhafte Druckstelle auf der Haut beim Pferd. Sie entsteht, wenn ein Reitsattel nicht richtig auf dem Pferderücken (Sattellage) passt und deshalb an den Auflagestellen drückt. Auch ein passender, aber nicht richtig aufgelegter Sattel kann Satteldruck verursachen. Ebenso verschmutzte oder nicht glatt aufgelegte Sattelunterlagen. Die betroffene Stelle schwillt an und häufig fallen die Haare aus. Wenn die Haare wieder nachwachsen, bleiben sie bei farbigen Pferden meist weiß, da die Haut geschädigt wurde. Bis zur Abheilung darf dem Pferd kein Sattel aufgelegt werden. Bei offenen, klaffenden oder eitrigen Wunden sollte der Tierarzt gerufen werden. Ein sogenanntes "ganzheitliches" Verfahren zur Behandlung des Satteldrucks ist die lokale Anwendung von Blutegeln.
Zur Vermeidung von Satteldruck werden als Polsterung zwischen Pferderücken und Sattel je nach Sattelart Satteldecken, Schabracken, Pads, Woilache oder Westernpads verwendet. Diese können allerdings nur kleine Passungenauigkeiten ausgleichen. Zum Wohle des Pferdes ist daher eine möglichst genaue Passform des Sattels erforderlich. Zur Kontrolle der Sattelpassform und zur Vermeidung von Druckschäden durch den Sattel gibt es verschiedene Analyseverfahren. Auf dem stehenden Pferd ist die relativ genaue Vermessung mit Hilfe von Messgittern (Rückenabdruck) möglich. Die Passformkontrolle in der Bewegung und unter dem Reiter leisten heute Systeme zur Computer-Sattelanalyse.


Schale Pferdekrankheiten
Als Schale wird eine chronische Gelenkerkrankung (Arthrose) der Zehengelenke bei Huftieren, insbesondere bei Pferden bezeichnet. Sie äußert sich in einer Lahmheit auf einem oder mehreren Beinen.

Die Schale entwickelt sich nach einem externen Trauma (beispielsweise eine Verletzung durch ein starkes Aufprallen des Hufes) oder einer Zerrung der Gewebe im Bereich des Kronbeins und des Hufbeins. In der Folge bilden sich am Krongelenk („hohe Schale“) oder am Hufgelenk („tiefe Schale“) Knochenzubildungen (Osteophyten) mit zackigen Außenflächen, und zwar auf der Vorderseite und den Seiten. Neben Lahmheit kann eine feste Verdickung des Fesselbereichs auftreten.

Wenn die Krankheit behandelt wird, bevor ein übermäßiges Knochenwachstum auftritt, besteht die Behandlung normalerweise in drei bis vier Monaten Ruhe mit Stützung der betroffenen Beine, um die Bewegung in dem betroffenen Bereich so gering wie möglich zu halten. Wenn sich bereits Knochenzubildungen entwickelt haben, können Ruhe und entzündungshemmende Medikamente helfen, die Symptome einzudämmen, aber eine Heilung gibt es nicht mehr.


Schlundverstopfung Pferdekrankheiten
Schlundverstopfung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der Fremdkörper, z. B. Futterpartikel im Schlund eines Tieres stecken bleiben. Die Muskulatur der Speiseröhre verkrampft sich und der Fremdkörper kann nicht mehr abgeschluckt werden. Häufig sind Schlundverstopfungen bei Equiden und Rindern. Bei Pferden kann sich bis zur Hälfte des Rumpfes Futter die Speiseröhre blockieren. Größere Objekte lassen sich im Halsbereich oft noch erfühlen oder sogar optisch wahrnehmen (z.B. ganze Äpfel). In der Regel tritt eine Schlundverstopfung bei hastig fressenden Pferden auf, aber auch ruhig und langsam fressende Pferde wiesen schon Schlundverstopfungen auf. Häufige Ursache sind dabei die Verfütterung von nicht zerschnitten Obst und Gemüse (z.B. Äpfel und Möhren), Möhren die nicht der Länge nach sondern in Scheiben geschnitten werden lösen ebenfalls häufig Schlundverstopfungen aus, da die Möhrenscheiben sich in der Speiseröhre querstellen und komplett blockieren können. In der Regel tritt eine Schlundverstopfung nicht durch Heu oder Gras auf, jedoch erleiden auch auf der Weide Pferde Schlundverstopfungen, evtl. auch durch Gras. In der Folge einer Schlundverstopfung beim Pferd bildet sich viel Speichel, der schaumig zusammen mit Futterresten über Mund und Nase in die Luftröhre gelangt und in der Folge eine Lungenentzündung verursachen kann. Symptome einer Schlundverstopfung sind z.B. starkes Husten, speicheln, scharren, mit dem Kopf schlagen, Panikausbruch (sofern der Kreislauf noch nicht zu angegriffen ist). Dabei tritt meist schaumiger Speichel oft vermengt mit Speiseresten aus Nase und Maul aus. Das Pferd hält dabei den Kopf vermehrt sehr tief und wird nach länger Schlundverstopfung Kreislaufprobleme entwickeln und immer die Atemfrequenz steigern (zumeist sind die Atemwege angeschwollen oder mit Speichel verstopft). Verstärktes Schwitzen ist ebenfalls zu beobachten.


Sommerekzem Pferdekrankheiten
Das Sommerekzem der Pferde wird durch Insektenstiche hervorgerufen. Besonders durch den Stich von Culexmücken. Die Annahme, dass Kriebelmücken die Ursache sind ist weitestgehend falsch! Krieblmücken können zwar ebenfalls eine Symptomatik verursachen, allerdings ist diese Mückenart eher für ihr Gift bekannt, das zu Herz-Kreislaufproblemen bei Pferden und Rindern führen kann (Simuliotoxikose). Beim Sommerekzem handelt es sich jedoch nicht um eine Giftwirkunug, sondern um eine Allergie gegen den Speichel diverser Insekten (Hypersensitivität Typ 1).
Importierte Islandpferde sind aufgrund einer Überreaktion des Immunsystems nach dem Import besonders anfällig für diese Krankheit. Das Auftreten von Sommerekzem bei auf dem Kontinent gezogenen Islandpferden entspricht dem anderer Rassen. Die ersten Anzeichen, kleine Pusteln unmittelbar bedingt durch den Insektenstich sind noch kaum zu erkennen. In der Regel fällt zuerst der starke Drang zum Scheuern auf, zusammen mit einer Unruhe des Pferdes. Durch das ständige Scheuern fallen zunächst die Haare aus und es bilden sich offene, manchmal auch eitrige Stellen. Dies lockt noch mehr Insekten an. So entsteht ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt.
Die Schweifrübe, der Mähnenkamm und auch der Bauch und Kruppe sowie die Ohren und Kinn sind die am häufigsten betroffenen Stellen.


Spat Pferdekrankheiten
Spat ist eine Sammelbezeichnung für arthritische Erkrankungen des Sprunggelenks des Pferdes.
Darunter fallen sowohl akute Entzündungen der Gelenke, Knochen und ggf. auch Knochenhaut des Sprunggelenks als auch die durch chronische Entzündungen verursachten Schädigungen der Gelenk-Oberflächen und Knochenumbildungen. In der chronischen Form kann Spat zur Versteifung des Sprunggelenks führen. Dadurch kann das Pferd sein Bein im schlimmsten Fall nicht mehr bewegen und muss eingeschläfert werden.

Siehe auch: Arthrose Pferdekrankheiten »

Strahlfäule Pferdekrankheiten
Die Strahlfäule ist eine bakterielle Erkrankung des Hufes bei Huftieren, vor allem bei Pferden. Dabei wird das weiche Strahlhorn des Hufes durch Fäulnisbakterien zersetzt. Beim Auskratzen der Hufe tritt ein Fäulnisgeruch auf. Es bilden sich im Strahl Hohlräume, sogenannte Taschen oder Ritzen, die mit einer schmierigen, grauen oder schwarzen Masse gefüllt sind. Das Strahlhorn wird insgesamt weicher. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn das Horn schneller zerfällt, als es nachwächst, kann es zur Auf- oder Ablösung des Strahls kommen. Die Strahlfäule wird durch spindelförmige Bakterien (Fusobacterium necrophorum) verursacht und stellt eine häufig auftretende Huferkrankung dar. Die Bakterien sind eigentlich nützlich bei der Verdauung. Am Huf treten sie erst in Erscheinung, nachdem sie ausgeschieden werden und das Pferd in den Kot tritt. Dort greifen sie das weiche Strahlhorn an. Die Bakterien sorgen für eine Zersetzung des Strahlhorns durch Bildung von Aushöhlungen und Fäulnisspalten. Die betroffenen Stellen zeigen sich als dunkelgraue, schmierige Masse, die einen schweren, fauligen Geruch verströmt. Sollte der Fäulnisprozess schneller fortschreiten, als das Strahlhorn nachwächst, kann es zur völligen Zersetzung des Strahlhorns kommen.

Damit es zu einer Strahlfäule kommen kann, müssen die auslösenden Bakterien für sie optimale Umgebungsbedingungen vorfinden. Sie benötigen ein feuchtwarmes Milieu und können sich nur unter Ausschluß von Sauerstoff vermehren.

Der Ausgangspunkt einer Strahlfäule liegt meistens in der mittleren Strahlfurche. Von dort greifen die Erreger auf die seitlichen Strahlfurchen über. Im fortgeschrittenen Stadium kann es durch Strahlfäule zu Lahmheit durch Huflederhautentzündung kommen. Anfangs kann sie nur durch die oben beschriebenen äußeren Symptome erkannt werden.

Die Ursache der Strahlfäule liegt meistens in mangelnder Hufpflege. Zur Hufpflege gehört das regelmäßige Reinigen des Hufes mit dem Hufkratzer (mindestens einmal täglich), wie auch das korrekte Ausschneiden des Hufes durch einen Hufschmied oder anderen Hufexperten. Dadurch wird vermieden, dass sich in Taschen oder Ritzen im Huf (oder schlicht unter dem am Huf haftenden Dreck) Zonen bilden können, die von der Luftzufuhr abgeschlossen sind und damit anaeroben Fäulnisbaktieren einen Nährboden bieten.

Eine weitere häufige Ursache sind verschmutzte Boxen und Paddocks, in denen eine Kot und Urin-Mischung den Erregern einen feuchten, warmen und damit idealen Nährboden bieten.

Mangelnde Bewegung bzw. Bewegung nur auf weichem Boden kann die Entstehung von Strahlfäule fördern. Bei Bewegung auf hartem Boden berührt – zumindest beim unbeschlagenen Pferd – der Strahl den Boden und drückt gegen die Huflederhaut. Dadurch wird der Blutkreislauf der Huflederhaut angeregt und die Bildung neuen Horns gefördert.

Schließlich können anatomische Eigenarten des Hufes selbst die Bildung von Strahlfäule begünstigen: Enge Hufstellungen und tiefe Strahlfurchen lassen sie leichter entstehen.

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Weben Pferdekrankheiten
Das Weben ist eine psychische Verhaltensstörung eines Pferdes in Stallhaltung. Es ist wie das Koppen eine Stereotype, also ein Verhaltensmuster, welches häufig bei Langeweile gezeigt wird. Beim Weben pendelt das Pferd mit der Kopf-Hals-Partie hin und her, wobei zusätzlich das Gewicht ständig von einem Vorderbein auf das andere verlagert wird. Bei sehr starkem Weben kann es sein, dass die Hinterhand in die Gegenrichtung pendelt. Durch die dauerhafte Belastung kann es zu Schäden im Bereich der Vorhandgelenke (Knochen und Sehnen) kommen. Dieser stereotype Bewegungsablauf ist auch von anderen Tieren in Gefangenschaft wie zum Beispiel Elefanten (vergl. Weben (Elefant)), Kamelen und Bären bekannt.

Das Weben tritt seltener auf als das bekanntere Symptom „Koppen“, etwa im Verhältnis 1:3. Meist sind Pferde mit höherem Vollblut-Anteil eher vom Weben betroffen. Eine Bekämpfung des Webens ist meistens schwierig und langwierig. Einerseits muss Ursachenforschung betrieben werden, um die möglichen Auslöser für die psychische Belastung des Pferdes, wie z.B. Überbelastung in Trainingssituationen, Isolation von den Artgenossen oder auch Langeweile herauszufinden. Andererseits ist eine begleitende Optimierung der artspezifischen Haltungsbedingungen des Pferdes, vor allem hinsichtlich der Futteraufnahme, der artgerechten Bewegung und des Sozialverhaltens, anzustreben. Primäre Maßnahmen sind hier vor allem die Offenstallhaltung bzw. regelmäßiger Koppelgang.

Da das Weben eines Pferdes von anderen Pferden nachgeahmt werden kann, wird teilweise die Trennung eines webenden Pferdes von nicht webenden Pferden empfohlen.


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